Im Norden des Rheinischen Braunkohlereviers liegt der Tagebau Garzweiler II. 1,3 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoff lagern dort. Bis zum Jahr 2045 will die RWE Power AG jährlich 40 Millionen Tonnen abbauen.
Der Tagebau ist nach dem Dorf Garzweiler benannt, das Anfang der 1990er-Jahre abgebaggert wurde. Wie Garzweiler ergeht es zahlreichen Ortschaften, die sich auf dem insgesamt 48 qkm großen Abbaugebiet befinden. Über ein Dutzend Dörfer sind bereits verschwunden. 7.600 Menschen müssen von ihrer Heimat für immer Abschied nehmen und sich mithilfe der Entschädigungen von RWE Power eine neue Existenz aufbauen (hier ein Beispiel aus dem Braunkohletagebau Hambach).
Alles verschwindet: Häuser, Denkmäler, Kirchen, Friedhöfe.
In den westlich gelegenen Ortschaften des künftigen Abbaugebietes (Kuckum, Ober-/Unterwestrich, Keyenberg, Berverath und Holzweiler) ist vom nahenden Ende noch nicht allzu viel zu sehen. Erst um das Jahr 2026/2027 soll die „bergbauliche Inanspruchnahme“ erfolgen.
Weiter östlich hat die Umsiedlung dagegen bereits begonnen. Borschemich, Lützerath und Immerath sind inzwischen fast vollständig verlassen. Nur einige Landwirte leben und arbeiten noch in ihren teils jahrhundertealten Hofgütern. Sie trifft die Umsiedlung besonders hart. Die restlichen Dorfbewohner werden von einem Sicherheitsdienst bewacht. Autos mit fremdem Kennzeichen erwecken Misstrauen. Metalldiebe haben schon mehr als einmal zugschlagen.
Rings herum das gleiche Bild: menschenleere Straßen und verlassene Häuser. Heruntergelassene Rollländen zeugen davon, dass die Bewohner erst vor Kurzem ausgezogen sind. Manchmal lassen auch die Anschriften der Sternsinger erahnen, wann die Häuser zuletzt bewohnt waren. Andernorts sind die Haustüren und Fenster inzwischen mit Beton verfüllt. Der sicherste Schutz gegen Vandalismus. Überall verwildernde die Gärten.
Eindrücke von Orten, die es bald nicht mehr geben wird, Zeugnisse der Devastierung:
[Ein Klick auf das erste Bild startet die Bilderserie,
zum Betrachten der weiteren Bilder die Fotos am rechten Seitenrand anklicken.]
Aufnahmen vom 20. April 2013
Zum Weiterlesen: Informationen der Stadt Erkelenz












































