Am 31. Mai 2010 erklärte Bundespräsident Horst Köhler seinen Rücktritt. In einer kurzen Erklärung erläutert er die Gründe: Seine Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr am 22. Mai seien auf heftige Kritik gestoßen. Es entstehe der Eindruck, dass er Einsätze der Bundeswehr befürworte, die vom Grundgesetz nicht gedeckt seien. Letztlich lasse die Kritik „den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen“.
In der Netzgemeinde hat sich zwischenzeitlich bei vielen Vertretern eine bemerkenswerte Auffassung durchgesetzt: Der Rücktritt von Bundespräsident Köhler hänge ganz wesentlich mit der Rolle und der Macht des neuen Mediums Internet zusammen. Die Blogger haben Köhler gestürzt – so eine These, die im Raum steht. Nachdem nämlich Deutschlandradio Kultur am 22. Mai 2010, einem Samstagmorgen, das umstrittene Interview gesendet hatte, waren es nicht die großen traditionellen Medien und Meinungsmacher, die das Thema am Laufen hielten; es waren Blogs. Zunächst Unpolitik, dann einige Tage später Beim Wort genommen.
Wie ist die Rolle der Blogger in diesem Zusammenhang zu bewerten? Ist ihre Macht im Internet wirklich so groß, um solche Ereignisse anzustoßen? Es sind diese Fragen, die Philip Banse im Medienradio unter dem Thema „Die Blogger und der BuPrä“ mit Robin Meyer-Lucht von Carta.info und Martin Oetting von der trnd.ag diskutiert.
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