Änderungen beim Google Reader und die Skepsis der Netzgemeinde

Google Reader StartseiteDas RSS-Format hat das Internet erst zu einer ernstzunehmender Nachrichtenquelle gemacht. Der Meinung bin ich noch immer – trotz gegenteiliger Behauptungen. Seien es die Nachrichten der großen Medienanbieter oder die Beiträge des kleinen Bloggers – im RSS-Reader lese ich dort weiter, wo ich zuletzt aufgehört habe. Nichts geht verloren. Und im Zweifel: „Mark all as read“.

Der beste RSS-Reader ist der des Internetriesen Google. Konkurrenz ist nicht in Sicht. Im Gegensatz zu seinen lokal installierten Programmesbrüdern bietet er den unschlagbaren Vorteil der Synchronisation. In Zeiten, in denen immer mehr Geräte in Haus und Hosentasche ihre drahtlose Verbindung zum weltweiten Netz aufbauen, wird dies bekanntlich immer wichtiger. Eine auf dem Gerät installierte App als Front-End, Google-Reader als Back-End; mehr benötigt der Bewohner des digitalen Kontinents nicht. RSS ist so etwas wie das Debian unter den Linux-Distributionen: etwas spröde und bieder, dafür beständig und verlässlich. Nicht so überdreht wie Twitter.

Dann die Nachricht von Google: Der Reader werde nun „angepasst“ und in die übrigen Dienste, v. a. Google+, integriert. Aber: Still und leise wird eine der besten Funktionen deaktiviert: die Shared Items. Der Aufschrei unter denen, die im Reader ein wichtiges Eingangstor zur digitalen Welt sehen, ist groß.

Aus der Fülle der Bewertungen sei hier auf den lesenswerten Artikel von Marcel Weiß auf neunetz.com aufmerksam gemacht. Eine sehr gute Analyse der Lage, der ich auf ganzer Linie zustimme.

Die Umstellung soll noch in dieser Woche erfolgen. Hoffen wir, dass der Reader als eigenständiger Dienst erhalten bleibt. Die Konkurrenz wird die weitere Entwicklung sicherlich genau beobachten. Und versuchen, diese zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Edit 2011-10-26

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