Monthly archive May 2009

950-Jahr-Feier der Ortsgemeinde Seck

2009-05-logo-950-jahre-seck950 Jahre wird sie alt, die Ortsgemeinde Seck. Zählt man 950 Jahre zurück, landet man im Jahr 1059. Es war der durch seinen Gang nach Canossa berühmt gewordene Heinrich IV., der Seck in einem Dokument erstmals urkundlich erwähnt.

Nur um einen Eindruck davon zu bekommen, welcher Zeitraum seitdem vergangen ist: In dieses Jahrzehnt reicht das Schisma zwischen der byzantinischen und der lateinischen Kirche zurück; die Agrarrevolution des Hochmittelalters war gerade vollzogen; es ist die Zeit, in der die Islamisierung Kleinasiens durch die türkische Besiedlung erst beginnt; der erste Kreuzzug hat noch gar nicht stattgefunden.

Ein solch hohes Alter muss natürlich ausgiebig gefeiert werden. Nach dem Chorkonzert und der gelungenen Aufführung des Theaterstückes „Maximilian der Starke“ folgen die Feierlichkeiten nun Schlag auf Schlag.

Ich möchte hier besonders auf das kirchenmusikalische Programm hinweisen:

31. Mai 2009, 16.00 Uhr (Pfingstsonntag): Orgelimpressionen

Die Ausstellung mit historischen Bildern aus Seck wird mit den „Orgelimpressionen“ der Organisten Peter und Thomas Schön an Pfingstsonntag um 16.00 Uhr eröffnet. Den visuellen werden so die akustischen Eindrücke vorangestellt. In 30 Minuten zeigt sich die Orgel in der katholischen Pfarrkirche mit all ihren unterschiedlichen Klangfarben. Das Programm:

  • Louis-James-Alfred Lefébure Wély (1817-1869): Boléro de concert, op. 166 (Peter Schön)
  • Gaston Litaize (1909-1991): Scherzo aus den Douz Pieces pour Grand Orgue (Thomas Schön)
  • Alexandre Guilmant (1837-1911): Introduction et Allegro aus der 1. Sonate in d-Moll (Thomas Schön)
  • Improvisationen über Droben stehet die Kapelle (Thomas Schön)
  • Noel Rawsthorne (geb. 1929): Hornpipe Humoresque (Peter Schön)

11. Juni 2009 (Fronleichnam)

10.00 Uhr Eucharistiefeier mit anschließender Prozession durch das historisch geschmückte Dorf. Den Gottesdienst wird Peter Schön übernehmen und folgende Orgelliteratur spielen:

  • Zum Einzug: William Mathias (1934-1992): Fanfare
  • Zur Kommunion: Léon Boëllmann (1862-1897): Prière à Notre Dame aus der Suite gothique c-Moll, op. 25
  • Zum Auszug: Dietrich Buxtehude (1647-1707): Präludium F-Dur, WV 144

14.00 Uhr Orgelführung speziell für Kinder (Thomas Schön)

14. Juni 2009

9.30 Uhr Festgottesdienst unter Mitwirkung von Kirchenchor und Orchester. Die Orgel spielt Thomas Schön. Orgelliteratur:

  • Zur Einstimmung: Johann Sebastian Bach (1685-1750): Präludium Es-Dur, BWV 552/1
  • Zur Kommunion: Johann Sebastian Bach (1685-1750): Nun dankte alle Gott, BWV 657
  • Zum Auszug: Louis Vierne (1870-1937): Finale der 1. Symphonie d-Moll für Orgel, op. 14

Eine Auflistung mit allen Terminen zur Feier „950 Jahre Seck“ findet sich auf meiner Website.

Hörtipp: DDR-Geschichte - Verklärung und Wahrheit (dradio Kontrovers)

Die am 11. Mai 2009 ausgestrahlte Sendung des Deutschlandradios trug den Titel „Kontrovers DDR-Geschichte - Verklärung und Wahrheit“. In wahrlich kontroversen 67 Minuten gingen die Studiogäste und Anrufer der Frage nach, wie die DDR heute wahrgenommen werden muss. Die Zusammensetzung der Diskussionsrunde mit Gästen, die alle aus den östlichen Gebieten Deutschlands kamen und kommen, mag zwar einseitig sein, gab dem Gespräch aber eine interessante Perspektive. Die Gäste waren:

Moderation: Elke Durak 

Download der Datei bei dradio.de.

Über die inflationäre Verwendung der Schriftart „Comic Sans“

„Comic Sans MS ist eine handschriftähnliche Grotesk-Schriftart, die in zwei Schriftschnitten [...] existiert“ – klingt doch recht professionell, was Wikipedia da über die Comic Sans MS schreibt. Oder hier die Aussage von Microsoft: „Comic Sans is the groovy script font [...] although it might be seen as a novelty typeface, which is great for titles, it’s also extremely readable on-screen at small sizes, making it a useful text face.“

Wer einmal die Augen offen hält, wird die 1994 von Vincent Connare entwickelte Schriftart in nicht wenigen Dokumenten entdecken. Die Meinung zu ihr gehen weit auseinander. Auf Flickr gibt es eine Auswahl von teilweise ganz schrecklichen Verwendungen der Schriftart. Es gibt im Web sogar Initiativen, die Comic Sans aus den Windows-Distributionen verbannen möchten. Prominent ist hier bancomicsans.com.

Dennoch, bevor man sich auf Vincent Connare als den Übeltäter einschießt, sollte man sich mit der Entstehungsgeschichte beschäftigen. Sie sei kurz wiedergegeben: Im März 1995 wurde „Microsoft Bob“ entwickelt. MS Bob wollte die recht spartanische Oberfläche des damals aktuellen Windows 3.1 aufpeppen. Dem Anwender wurde ein Zimmer gezeigt, in dem er mit der Maus auf verschiedene Symbole klicken konnte, die dann die entsprechenden Programme starteten. Bilder davon gibt es hier und hier. Eine kleine Figur am unteren rechten Bildschirmrand führte als Assistent durch das Zimmer – so wie es auch heute noch bei Windows XP einen nervigen Hund und eine nicht weniger alberne Büroklammer in verschiedenen Word-Versionen gibt. Connare, der an der Entwicklung von MS Bob beteiligt war, störte sich daran, dass in den Sprechblasen des Hundes die Schriftart Times New Roman verwendet worden war. Connare selbst schreibt:

Comic Sans was NOT designed as a typeface but as a solution to a problem with the often overlooked part of a computer program's interface, the typeface used to communicate the message. There was no intention to include the font in other applications other than those designed for children when I designed Comic Sans. The inspiration came at the shock of seeing Times New Roman used in an inappropriate way.

Lohnenswert ist es, sich dieses Video anzuschauen:

Comic Sans from Sam and Anita on Vimeo.

Fazit: Comic Sans bitte nur gezielt einsetzen, keinesfalls als Brotschrift für halbwegs seriöse Texte! Auch die Verwendung als Signatur in html-Mails (über deren Sinn noch einmal an anderer Stelle zu diskutieren wäre) macht meines Erachtens einen schlechten Eindruck.

 

Hörtipp: Chaosradio 144

Am 27. März 2009 lief eine neue Folge von „Chaosradio“. Das Thema: „Datenträger, Datenverlust und Datenrettung. Vom magnetischen Flußwechsel zum Dokument.“

In kurzweiligen 113 Minuten führten Jakob Kranz (Moderation), Peter Franck und starbug in das Thema ein und beantworteten die eine oder andere Frage der Hörer — wenn auch eine Ferndiagnose immer nur schwer möglich ist.

Auf der Chaosradio-Website wurde wie Sendung wie folgt angekündigt:

Festplatten sind kleine technische Wunderwerke. Normalerweise verrichten diese absurd billigen Massenspeicher lange Zeit zuverlässig ihren Dienst. Oft wird man sich ihrer Existenz erst so richtig bewußt, wenn sie einmal nicht funktionieren. Wie bei jedem anderen technischen Gerät kommt eines Tages der sichere Ausfall, und das gilt ebenso für Halbleiterspeicher. Daher hat man Techniken entwickelt, um in einem solchen Fall einen Datenverlust zu vermeiden. Um Daten zu organisieren, bedarf es vieler Komponenten. Beteiligt ist meist ein Betriebssystem, das ein oder mehrere Dateisysteme verwaltet, oder gar mehrere Computersysteme, die miteinander über netzwerkartige Infrastrukturen kommunizieren, wobei jedes System jeweils nur einen Teil der vielen Schichten der Datenspeicherung abbildet. Mit dieser Entwicklung ist die Komplexität der Datenspeicherung ständig gestiegen. Kaum ein Mensch blickt da noch durch. Grund genug, diese Themen mal mit einer Chaosradio-Sendung zu beleuchten. Diese Sendung beschäftigt sich mit der Technik rund um Massenspeicher, der Rettung von verlorengegangenen Daten und angrenzenden Bereichen der Computerforensik.

Hier der Download der Datei.

 

Thomas Schön 2009–2010

Powered by Drupal, einem Open-Source Content-Management-System.