Manchmal liegt das Interessante so nahe. Eine einfache Autobahnbrücke etwa. Die Lahntalbrücke in Limburg.

Das erste Bauwerk an dieser Stelle war von beeindruckendem Ausmaß: nicht die charakterlose Spannbeton-Hohlkastenbrücke von heute, sondern eine Naturstein-Bogenbrücke mit „sakral anmutenden, aufstrebenden Säulen“. Ab Herbst 1939 rollte auf ihr der Verkehr der damaligen Reichsautobahn 21 (Frankfurt am Main – Limburg).

Dem Bau der Brücke (Bilder davon sind hier zu sehen) war eine intensive Planung vorausgegangen. Die neu zu schaffende Lahnüberquerung sollte sich gestalterisch dem (damals noch unverputzen) Limburger Dom und der Alten Lahntalbrücke anpassen. Bedeutende Bauwerke der Region wurden untersucht, um ausfindig zu machen, wo deren Gestein herstammt. Von gleicher Stelle wurde dann das Material für den Brückenbau bezogen. Da für die Mittelpfeiler der Kathedralkirche in Limburg vermutlich Steine aus der Region um Goldhausen in Westerwald verwendet worden waren, reaktivierte man sogar den dortigen bereits stillgelegten Steinbruch.
Wie so viele Bauwerke von hoher Bedeutung für die Infrastruktur wurde auch die Lahntalbrücke im Krieg zerstört – von der deutschen Wehrmacht. So blieb dem Werk des Architekten Paul Bonatz, dem Erbauer des Stuttgarter Hauptbahnhofes, nur eine kurze Lebensdauer.
Von 1949 bis 1962 hielt eine Behelfsbrücke den Verkehrsfluss aufrecht. 1960 bis 1964 entstand das heutige Bauwerk. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer neuen Brücke begonnen werden. Sie wird sich in ihrer Gestaltung von der bestehenden ICE-Brücke absetzen und „überlässt dem Stadtbild mit dem Dom eine gestalterische Priorität“.
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