Am 15. November 2010 gastiert der Kabarettist Lars Reichow mit seinem Programm „Unterhaltungskanzler“ in der Westerwaldhalle Rennerod. Der Erlös der Veranstaltung ist zugunsten des Fördervereins „Kloster Seligenstatt“ bestimmt, der sich um den Erhalt der Klosterruine „Seligenstatt“ am Rande von Seck bemüht.
Die unscheinbaren Reste lassen nur schwer auf die Bedeutung schließen, die dieser geistliche Ort lange Zeit hatte. Das Benediktinerinnenkloster, geweiht auf die Mutter Gottes und den Heiligen Nikolaus, wird urkundlich erstmals im Jahr 1181 von Erzbischof Arnold von Trier erwähnt. Als Stifter wird Siegfried von Runkel oder seine Familie angesehen. Seit 1215 war Seligenstatt Tochterkloster von Maria Laach. Eine dem Kloster zugeordnete Bruderschaft wird 1217 erwähnt. Zeitweise muss es wohl auch Mönche gegeben haben, die das Haus des Klosters in Limburg bewohnten (1324). Adelsfamilien des Landes schickten ihre Töchter häufig zur Versorgung nach Seck. Zahlreiche Namen sind bis heute überliefert.
Die Bedeutung des Klosters zeigt sich an seinem Grundbesitz, der im 13. und 14. Jahrhundert weit verstreut war, u. a. im Dillkreis, Kreis Gießen und Wetzlar, im Kreis Limburg, dem Oberlahnkreis und bis hinunter nach Geisenheim.
Mitte des 15. Jahrhunderts begann der Niedergang des Klosters. Der Pfarrer von Montabaur, Werner Hunt(?), übernahm die Verwaltung des Klosters. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass das berühmte Gnadenbild in Wirzenborn seinen Platz ursprünglich im Kloster in Seck hatte. Trotz zahlreicher Konflikte in der Verwaltung des Klosters (der Priester Christian Seck trug sein Anliegen bis vor die römische Kurie), muss wohl bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts noch zweimal wöchentlich ein Gottesdienst im Kloster gefeiert worden sein. Unter Reinhard von Schönberg wurden die Gebäude dann Mitte des 16. Jahrhunderts in ein reines Hofgut umgewandelt. Belegt ist, dass ab 1570 die Herren von Westerburg den Chorraum von Seligenstatt als Steinbruch verwandten – 1565 wurde Leinigen-Westerburg evangelisch. Selbst bis in die 1950er-Jahre wurde das Areal als Ackerfläche genutzt. Der Dorfchronist von Seck, Helmut Jung, sieht als Ursache für die Auflösung des Klosters vor allem die über 300 Jahre dauernde Doppelherrschaft der Herren von Runkel und der Herren von Westerburg über Seck und das Kloster an.
Heutzutage ist kaum noch etwas vom Kloster erhalten, sieht man von dem Gnadenbild ab. Im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden kann das Siegel aus dem Jahre 1234 betrachtet werden. 1591 gingen die Glocken nach Westerburg und Gemünden. Das Landschaftsmuseum Hachenburg bewahrt Scherben auf, die im Umfeld der Ruine gefunden worden sind. Der Taufstein, der viele Jahre beim Gemeindebrunnen stand, ist ebenso verschwunden. Vor Ort, etwa 200 m außerhalb von Seck Richtung Hellenhahn-Schellenberg, sind die nicht abgeräumten Mauernreste mit einer Breite von 36 m und einer Länge von 72 m zu sehen.
1990 wurde zum Erhalt der Ruinen ein Förderverein gegründet. Er hat durch Sicherungsmaßnahmen wesentlich dazu beigetragen, die Ruinen vor weiterem Verfall zu bewahren. Ihm ist auch der neue Zugang auf der Südseite zu verdanke. Dem interessierten Besucher sei die Dokumentationshütte auf dem Gelände ans Herz gelegt.
Zum Kabarettabend empfehle ich die Informationen vom WW-Kurier.
Geschichtliche Zusammenfassung aus:
Helmut Jung: Das Kloster Seligenstatt bei Seck.
In: 950 Jahre Seck, hg. von der Gemeindeverwaltung Seck 2009, 101-111.